Moorholmer Schiitfresser Poesie

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Grottshag
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Moorholmer Schiitfresser Poesie

Beitrag von Grottshag » So 23. Mai 2021, 11:15

Hier mal ein kleines Gedicht aus der Feder meiner Verlobten Franzi Richter...

Morhoolmer Schiitfresser Poesie

Ode an die Nachttopfkakerlake

Oh du solides, schimmernd braunes Tier,
lebst am Boden still und effizient,
verschlingst den königlichen Stuhl mit unschuldiger Gier,
dein Sein ist wunderbar beschränkt.

Kennst nicht die Dramen der Schönen und der Reichen,
beseitigst Unrat, wie Gott es dir befahl,
machst weder Halt vor Kotze, noch vor Leichen,
genießt den Dreck und sei er noch so schal.

Oh, Nachttopfkakerlake, man kann dich nur beneiden,
in deiner Schönheit bist du doch so schlicht,
du lebst und funktionierst ohne zu leiden,
rege im Dunkel, meidest du das Licht.

Der Hochmut Sünde ist dir unbekannt,
dich kümmern weder Rang noch Angesicht,
Verzehrst die Reste der Menschen hier im Land,
unermüdlich, immerzu, doch dankt man es dir nicht.

Ach, Nachttopfkakerlake, ich seh' den Panzer knacken,
dein weiches Inn’res tot in Frieden ruh’n,
Störtest den eit’len König wohl beim Kacken,
nun müssen andere am royalen Schiss sich gütlich tun.

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Grottshag
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Re: Moorholmer Schiitfresser Poesie

Beitrag von Grottshag » So 23. Mai 2021, 11:18

Zur Erklärung:
Schiitfresser sind die omnipräsenten Goblins die sich in ganz Moorholm auf ihre eigene Art und Weise um die Hinterlassenschaften der Bürger kümmern.

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Terrorbär
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Re: Moorholmer Schiitfresser Poesie

Beitrag von Terrorbär » So 23. Mai 2021, 12:50

:) sehr klasse geworden... musste etwas schmunzeln :)

MfG Terrorbär
"You are my unbroken blades. You are the Death Guard." Mortarion "The Reaper"

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Grottshag
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Re: Moorholmer Schiitfresser Poesie

Beitrag von Grottshag » Fr 4. Jun 2021, 11:38

Der Engelmacher von Tiedenhub

Gesindel, Diebe, Mörder, Huren,
Der Bodensatz aus Moorholms Gassen,
Hinterlässt hier keine Spuren,
Kann still morden, stehlen, hassen.

Von Kraut, um die Potenz zu schwächen
Des Hurenbocks von Ehemann,
Bis scharfe Klinge, sich zu rächen,
Man einfach alles finden kann.

Nicht gemauert, bloß vertäut,
Schwimmt hier Schänke an Bordell,
Den Besuch man bald bereut;
Verschwunden ist man ziemlich schnell.

Dirne, Braut und brave Mutter,
Alle rechnen sie mal schlecht,
Die Leibesfrucht wird Rattenfutter,
Macht's der Engelmacher recht.

Er ist hager wie der Tod,
Wie Pergament, die gelbe Haut,
Seine Schürze fleckig rot;
Gebannt in ihren Schoß er schaut.

Der Preis ist klar, sie muss bezahlen,
Gierig dringt er in sie ein,
Labt sich kalt an ihren Qualen,
Schwitzt und grunzt so wie ein Schwein.

Windet sich in ihrem Leib,
Tastet, sucht und findet endlich,
Heute Nacht ist sie sein Weib,
Und was er tut ist mehr als schädlich.

Er packt das ungewollte Kind,
Löst gekonnt es ihr heraus;
Ihren Schrei verweht der Wind
Und schluchzend taumelt sie hinaus.

Der Engelmacher ist zufrieden,
Schürt das Feuer, bis es glüht,
Der Sud im Topf beginnt zu sieden,
Das Fleisch des Fötus, roh verbrüht.

Er lässt sich seine Mahlzeit schmecken,
Leckt sich voll Genuss die Lippen,
Die Mutter wird bestimmt verrecken,
Und unter Zähnen knacken Rippen.

Du nennst ihn sicher Ungeheuer,
Dich ekelt seine Gegenwart,
Doch bedenke, Fleisch ist teuer
Und das Leben eben hart.

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Grottshag
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Re: Moorholmer Schiitfresser Poesie

Beitrag von Grottshag » So 3. Apr 2022, 12:13

Es ist mal wieder Zeit für Moorholmer Schiitfresser-Poesie von meiner lieben Ehefrau Franzi.
Die großen Geschichten der kleinen Leute mal etwas anders erzählt...oder so.😅



Der große Brand von Fuhrmanns Eck

Niemand weiß, wie es begonnen,
Wo die Flammen hergekommen,
Man munkelt leis':" Es war Magie!"
Doch sicher ist man sich da nie.

Sicher ist nur, dass es brennt,
Hoffentlich kein Gast mehr pennt,
Im schönen Gasthaus Fuhrmanns Eck;
Es riecht schon nach gebrat'nem Speck.

Der Gastraum flammt längst lichterloh,
Der dicke Koch kommt nicht vom Klo,
Es gibt wohl heiße Würstchen heute,
Des Schiitfressers liebste Beute.

Die Feuerwehr, die lässt sich Zeit,
Zwar ist sie angeblich stets bereit,
Doch heißt das nicht man müsse eilen,
Will man beim Würfelspiel verweilen.

Die Wirtin heult derweil sehr hitzig,
Findet all das gar nicht witzig,
Im Nachthemd, das fast nichts verbirgt,
Sie stark auf einen Zaungast wirkt.

Ein Schiitfresser betrachtet sie,
Sah so schöne...Augen wohl noch nie.
Er eilt davon mit einem Plan,
Die Füßchen tapsen wie im Wahn.

Die Wirtin Gertie schluchzt noch immer,
Vom Plumsklo hört man jetzt Gewimmer,
Doch der Geruch ist mehr als köstlich,
Deftig, rauchig, sommerfestlich.

Plötzlich spürt man ein Vibrieren,
Zittern Fenster, Wände, Türen
Und aus dem Gully, durch den Rauch,
Schiebt sich ein kurioser Schlauch.

Gebaut aus Teilen aller Art,
Fixiert durch Bänder, Schnüre, Draht,
Sorgen gleich Rinnen, Röhrchen, Rohre
für unerhörte Lösch-Furore.

Der kleine Zaungast ist zurück,
Vertraut auf Getüftel und sein Glück.
Er öffnet quietschend ein Ventil,
Die braune Brühe trifft ihr Ziel.

Ein wenig unter Moorholms Gassen
Sammelt sich, was nicht zu fassen,
Der ganzen Stadt vereinter Kot
Lindert hier nun Gerties Not.

Flammen zischen, gehen aus,
Der Koch kommt aus dem Klo heraus,
Der Duft weicht maßlosem Gestank
Und Gerties Tränen tiefstem Dank.

Dem Löscher zeigt sie's sehr genau,
Nicht als Wirtin, nur als Frau.
Der Kleine kann es gar nicht glauben,
Sie hat wirklich schöne...Augen!

Die Kacke dampft, das Wirtshaus steht,
Schön, wenn alles gut ausgeht.
Nur der Koch ist unzufrieden,
ER wollt' doch bei Gertie liegen.

Und die Moral von der Geschicht:
Der Schisser kriegt das Mädchen nicht!

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